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Ich liebe Karneval!

vor 15 Stunden
2 Min. Lesezeit

Ich komme aus Lotte. Ein kleiner Ort im Münsterland, nicht weit von Osnabrück. Und bei uns heißt es: Helau. Heute sage ich allerdings mit voller Überzeugung: Alaaf. Denn erst in Köln habe ich verstanden, was Karneval für mich eigentlich bedeutet. Der 11.11. ist inzwischen heilig, rund um Weiberfastnacht gibt es eine Abwesenheitsnotiz und wenn jemand fragt, ob ich Karneval mag, ist die Antwort ziemlich eindeutig: Ja. Ich liebe Karneval. 


Von Helau zu Alaaf

Karneval war für mich schon immer irgendwie da. In Lotte wurde natürlich auch gefeiert. Und durch meine Nähe zu den Sportfreunden Lotte war ich teilweise sogar selbst mittendrin: Ich stand auf einem Wagen und habe Süßigkeiten in die Menge geworfen. Eigentlich also beste Voraussetzungen, um ein echter Karnevalsfan zu werden.

Nur: So richtig gefühlt habe ich es nie. Auch den Ossensamstag in Osnabrück kannte ich natürlich. Menschen in Kostümen, Musik, Kamelle und jede Menge gute Laune. Aber dieses besondere Gefühl, das ich heute mit Karneval verbinde, wollte sich bei mir einfach nicht einstellen. Bis ich dann nach Köln gezogen bin.


Köln hat mir Karneval beigebracht

Ich glaube, man kann Karneval nicht wirklich erklären. Zumindest nicht jemandem, der ihn noch nie in Köln erlebt hat.

Es ist dieses unkomplizierte Miteinander. Menschen, die sich vorher noch nie gesehen haben, stehen zusammen, singen zusammen, lachen zusammen und feiern einfach. Es spielt keine große Rolle, woher jemand kommt, welchen Job man hat oder ob man sich überhaupt kennt. Für ein paar Stunden ist man einfach gemeinsam unterwegs.

Und dann sind da natürlich die Kostüme. Ich liebe es, wie kreativ die Menschen werden. Von aufwendig bis komplett improvisiert und manchmal ist gerade das Kostüm, das offensichtlich fünf Minuten vor dem Losgehen aus dem Kleiderschrank zusammengestellt wurde, das beste.


Aber vor allem liebe ich dieses kölsche Jeföhl. Diese Mischung aus Leichtigkeit, Offenheit und „Komm, mach einfach mit“. 


Ab 11:11 Uhr ist Schluss

Inzwischen ist bekannt, dass der 11.11. bei mir einen besonderen Stellenwert hat. Und spätestens rund um Weiberfastnacht wird es schwierig, mich für Termine zu begeistern. Meine Abwesenheitsnotiz kommt dann nicht ganz überraschend.

Denn Karneval ist für mich keine Veranstaltung, die ich mir irgendwo in den Kalender quetsche, wenn gerade nichts anderes ansteht. Ich plane drumherum.

Das klingt vielleicht ein bisschen verrückt. Aber genau das macht für mich den Unterschied zu früher aus: In Köln ist Karneval nicht einfach ein Umzug oder eine Party. Er gehört zum Lebensgefühl der Stadt.


Mehr Alaaf als Helau

Wenn ich heute zwischen Helau und Alaaf wählen müsste, ist die Sache ziemlich eindeutig. Ich bin mehr Alaaf als Helau. Dabei hätte ich das wahrscheinlich selbst nicht erwartet, als ich damals aus Lotte nach Köln gekommen bin. Heute freue ich mich auf den 11.11., auf Weiberfastnacht, auf Kostüme, Musik, Kölsch und natürlich auf Kamelle. Ich liebe es, mit Freund*innen loszuziehen, neue Leute kennenzulernen und für ein paar Stunden einfach komplett im Kölner Karneval aufzugehen. 

Und bald ist es ja schon wieder so weit: Kölle Alaaf!


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